Pilotprojekt von MasterCard in Nigeria

Zeigt Nigeria-Symbol

In Nigeria kann seit Neuestem der Personalausweis als Kreditkarte verwendet werden. MasterCard startet derzeit ein Projekt, das die Nigerianer mit Kreditkarten versorgen soll. Weltweit einmalig wird in Nigeria nun der Personalausweis mit einer Kreditkarten- funktion verknüpft. MasterCard sieht das als lohnendes Geschäft, auch obwohl die Hälfte von Nigerias Bevölkerung in Armut lebt.

Abgestimmt hat MasterCard das Projekt mit Nigerias Regierung, die sich dadurch weniger Korruption erhofft. Innerhalb der nächsten drei Monate, sollen während der Pilotphase etwa 13 Millionen biometrische Ausweise mit Kreditkartenfunktion ausgegeben werden.

Die Daten, wie Fingerabdrücke aller zehn Finger und Gesichtsmerkmale, inklusive Irisscan, werden in einer zentralen Datenbank gespeichert. Dort sollen aber nicht die Daten der Kreditkartennutzung erfasst werden. Die gespeicherten Daten sollen laut dem Finanzminister allerdings ohne Zustimmung der Nigerianer von der Regierung genutzt werden, die sie auch verwaltet. Der Chip, auf dem die Kreditkartendaten gespeichert werden, gilt als besonders sicher.

Der Vorteil des neuen Ausweises für die Bevölkerung, besonders in ländlicheren Gegenden, ist, dass jedem Nutzer automatisch ein Bankkonto zugewiesen wird. Denn viele Leute haben durch die rar gesäte Anzahl an Banken noch keines. Für die Nutzung der Kreditkarte braucht es nichtsdestotrotz Geld auf dem Bankkonto, da es sich um eine Prepaid-MasterCard handelt. Bezahlt werden könnte mit ihr in über 210 Ländern.

Kritisiert wird das MasterCard Projekt wegen der wirtschaftlichen Lage. Es wird gefordert zuerst die Korruption und Strom- sowie Wasserversorgung in den Griff zu bekommen, bevor sich die Regierung auf eine Kreditkarte einlässt.

In Deutschland wird eine solche Verknüpfung aus datenschutzrechtlichen Gründen nur schwer möglich sein. Die klassische Kreditkarte bleibt also weiterhin erste Wahl. Das große Angebot an kostenlosen Kreditkarten lässt keine Wünsche offen