Ratenschutzversicherung bei Revolving-Cards: Experten sind skeptisch!

Ratenschutzversicherungen werden oft zusammen mit Revolving-Cards angeboten. Sie zahlen die fälligen Raten, wenn der Karteninhaber verstirbt, arbeitsunfähig oder arbeitslos wird. Was auf den ersten Blick vernünftig erscheint, ist bei genauerer Betrachtung ein sehr hoher Preis für ein sehr überschaubares Maß an Sicherheit. Experten der Finanzbranche betrachten die Restschuldversicherung für Revolving Cards aktuell äußerst skeptisch.

Die Argumentation von Vertretern dieser Versicherungskombination ähneln sich zumeist „Stellen Sie sich vor, sie werden arbeitslos und können die fälligen Raten nicht mehr zahlen. Dann geht ihre Bonität den Bach runter und Sie bekommen nicht mal mehr einen Handyvertrag!“ So oder so ähnlich lautet der einstudierte Vortrag eines Callcenter-Agenten, der einem Kreditkarten-Kunden eine Ratenschutzversicherung als attraktive und einmalige Leistung anpreist.

Ratenschutzversicherungen (oft auch als Restschuldversicherungen bekannt) zahlen die fälligen Raten des Revolving-Card-Saldos, insofern der Karteninhaber dazu aus bestimmten Gründen nicht mehr in der Lage sein sollte. Typische versicherte Gründe für diese Zahlungen sind dabei – je nach Bank – Tod des Inhabers, eine eintretende Berufsunfähigkeit oder auch eine neu entstandene Arbeitslosigkeit.
Die Argumentationsketten der Callcenter-Agenten klingen schlüssig: „Wer will schon mit einer negativen Bonität leben oder sich und seine Angehörigen bzw. Hinterbliebenen mit den eigenen (Konsum-)Schulden belasten.“

Ähnlich den Restschuldversicherungen eines normalen Ratenkredites aber haben die Policen für Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion einen großen und entscheidenden Nachteil: Sie sind beinahe immer maßlos überteuert. Wer bei der Barclaysbank die „Kontosicherheit“ abschließt, muss 0,89 Prozent des valutierenden Kreditbetrages monatlich als Prämie zahlen. Angesichts eines Sollzinses von jenseits der 15 Prozent erscheint dies vor allem für die Bank als ein sehr gutes Geschäft. Bei einem durchschnittlichen Sollsaldo von 2000 Euro kommen auf diese Weise gute 210 Euro im Jahr an Kosten dazu – ohne nennenswerte größere Leistungen. Zusammen mit den rund 360 Euro Zinsen ergibt sich ein effektiver Jahreszins von knapp 30 Prozent. Viel mehr lässt sich beim besten Willen für geliehenes Geld nicht ausgeben.

Ratenschutzversicherungen lohnen sich deshalb nur in sehr wenigen Fällen. Wenn der Saldo nur für einen kurzen Zeitraum benötigt wird und zudem ausreichend Geld verdient wird, das nur dann wegfällt, wenn einer der Versicherungsfälle eintritt, kann die Police Sinn machen. Letztlich kommt somit vor allem eine Absicherung gegen plötzliche Arbeitslosigkeit in Betracht. Risiken wie Berufsunfähigkeit oder Tod sollten durch die dafür vorgesehenen Policen – also eine Berufsunfähigkeits- bzw. Unfallversicherung und eine Risikolebensversicherung – abgedeckt und separat versichert werden.

Die Kosten für die „echten“ Versicherungen ohne Kombifunktion können steuerlich geltend gemacht werden. Für Restschuld- oder Ratenschutzversicherungen gilt dies in der Regel nicht, weil sie sich ausschließlich auf einen Kreditrahmen beziehen und nicht auf den Wegfall eines Einkommens durch bestimmte Ereignisse.

Auf unseren Seiten präsentieren wir Ihnen deshalb auch nur Banken, bei denen die kostenlose Kreditkarte den Kern des Angebots darstellt und raten Ihnen ansonsten immer zum Verzicht auf Kombiprodukte von Versicherungen und Karten.