Revolving-Cards – Kredit im Kartenformat

Waren sie bis vor kurzem hauptsächlich in den USA vertreten, werden inzwischen Kreditkarten mit revolvierendem Kreditrahmen auch Deutschland immer beliebter. Die Angebote unterscheiden sich jedoch immens. Von Gratis-Krediten bis hin zu Sollzinsen im Bereich von 26 Prozent gibt es auf dem Markt alles.

Revolving Cards und Charge Cards

Karten mit revolvierenden Kredit unterscheiden sich in ihrer Funktion nicht von herkömmlichen Kreditkarten, den sogenannten Charge Cards, allerdings variiert die Rückzahlung. Revolving Cards haben eine Teilzahlungsfunktion und sind somit mehr als nur ein Zahlungsmittel – sie sind ein Ratenkredit im handlichen Brieftaschenformat.

Charge Cards

Charge-Karten sind Kreditkarten, bei denen die Umsätze gesammelt und einmal monatlich in Rechnung gestellt werden. Charge-Karten gehören in Deutschland zur am häufigsten genutzte Karten-Variante. Sie werden von Visa und Mastercard ebenso herausgegeben wie von Amex oder Diners Club. Der Karteinhaber hat durch die Ansammlung der Belege ein zinsfreies Zahlungsziel vom Tag der Verfügung bis zur Fälligkeit der Monatsrechnung.

Revolving Cards

Anders als bei herkömmlichen Kreditkarten muss man als Kunde nicht einmal monatlich seine komplette Kreditkartenrechnung begleichen. Es reicht, wenn ein gewisser Prozentsatz des in Anspruch genommenen Verfügungsrahmens getilgt wird. Je nach Bank sind das zwischen 1,5 und 10 Prozent. Andere setzen auch einen festen Betrag, zum Beispiel 15 Euro fest, die monatlich getilgt werden müssen. In gewisser Weise verfügt man so über einen eigenen Kredit, den man schrittweise abbezahlen kann. Und das ganze auch noch mit variablen Monatsraten.

Große Unterschiede in den Konditionen

Banken lassen sich diese finanzielle Freiheit in einigen Fällen gut bezahlen. Wer die Teilzahlungsfunktion in Anspruch nimmt, muss dafür tief in die Tasche greifen. Die Sollzinsen vieler Kreditkarten liegen deutlich über denen eines durchschnittlichen Dispositionskredites. Möchte man die Teilzahlungsfunktion nutzen, sollte man hier genau vergleichen, wie hoch die entsprechenden Zinsen sind und sich für günstigere Varianten entscheiden. Auch eine kostenlose Kreditkarte verliert ihre Vorteile wenn die fehlende Gebühren durch hohe Zinsen wieder hereingeholt werden.

Nicht für jedermann geeignet

Ein sehr hoher Sollzins in Kombination mit einer langsamen Tilgung macht Konsumschulden zum Dauerzustand, wenn Verbraucher nicht aufpassen. Wer Schwierigkeiten damit hat, den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten, ist jedenfalls gefährdet. Tückisch ist hier, dass die Rechnung für den Einsatz der Karte erst einen Monat später eingeht. So kann man schnell vergessen wie viel man eigentlich ausgegeben hat. Nutzt man dann auch noch nur die Teilzahlungsfunktion kann es schnell so weit kommen, dass man einen Schuldenberg auf der Karte anhäuft. Monatlich kommen dann zu den Ausgaben auch noch die Zinsen auf die Schulden hinzu.

Es gibt auch günstige Angebote

Nicht alle Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion aber sind Kosten- und Schuldenfallen. Der Markt zeigt sich in diesem Bereich außergewöhnlich vielfältig. Zudem ist niemand gezwungen, das Angebot der Teilzahlung anzunehmen. Man kann auch ganz normal seine Rechnungen innerhalb der gesetzten Frist begleichen und schon muss man sich um die Zinsen keine Sorgen mehr machen.

Fazit

Günstige Revolving-Cards mit einem vertretbaren Zinssatz können eine Bereicherung sein und stellen einen Vorteil gegenüber der Nutzung des Hausbank-Dispos dar – sofern sie über einen niedrigeren Zinssatz verfügen. Hinzu kommen auch Bonusprogramme, die jeden Umsatz honorieren. Bei manchem Anbieter lassen sich dadurch viele Vorteile herausholen, etwas durch Cashback-Programme oder Rabatte auf Reisen. Dennoch sollte man alle Vergünstigungen und Kosten einer Kreditkarte genau abwägen, bevor man sich für eine Kreditkartenart und einen Anbieter entscheidet. Ein Kreditkarten-Vergleich kann bei diesen Überlegungen helfen.