Kreditkarten-Zahlungsziel

Im Zusammenhang mit Kreditkarten hört man oft den Begriff „zinsfreies Zahlungsziel“. Die wenigsten wissen genau, was sich hinter dieser Formulierung verbirgt, dabei ist dies einer der wichtigsten Aspekte, den es auch bei der Wahl einer kostenlosen Kreditkarte zu beachten gilt.

Zahlungsziel bei Kreditkarten

Stoppuhr für Überweisung

Bei Kreditkarten wird dem Kunden ein Kreditrahmen eingeräumt. Das bedeutet, dass er bei Zahlungen quasi Geld vom Kreditkartengeber leiht und dieses dann erst später zurückzahlt. So funktionieren die meisten Kreditkarten. Ausnahme sind Prepaid-Kreditkarten, bei denen Guthaben auf die Karte geladen wird und es nur möglich ist, Zahlungen in Höhe dieses Guthabens zu machen.

Das Zahlungsziel an sich ist der Zeitpunkt, zu dem die Schulden zurückgezahlt werden müssen. Werden sie nicht beglichen drohen Mahnungen. Allerdings verfügen die meisten Kreditkartenanbieter nicht über ein striktes Zahlungsziel. Stattdessen bieten sie ein sogenanntes zinsfreies Zahlungsziel an. Das bedeutet, erst wenn der Termin des Zahlungsziels erreicht ist und das Geld noch nicht wieder zurückgezahlt wurde, werden Zinsen erhoben.

Zinsfreies Zahlungsziel

Anders als zum Beispiel bei einem Dispokredit werden aber bei einer Kreditkarte für den Kredit normalerweise keine Zinsen fällig. Dies liegt am zinsfreien Zahlungsziel, das die Kreditkartenanbieter ihren Kunden gewähren. Im Kreditkartenvertrag ist festgelegt wie viel Tage das zinsfreie Zahlungsziel gilt. Bis zu diesem Zeitpunkt werden keine Zinsen auf das geliehene Geld erhoben. Erst nachdem die Frist abgelaufen wird, werden die Schulden, die sich durch Zahlungen mit der Kreditkarte angehäuft haben, verzinst.

Rechnung begleichen, Zinsen sparen

Ein entscheidender Faktor bei Kreditkarten ist, dass man regelmäßig seine Schulden wieder zurückzahlt. Aus diesem Grund erhält man auch eine monatliche Kreditkartenabrechnung, damit man weiß, welcher Betrag auf dem Kreditkartenkonto ausgeglichen werden muss.

Der Clou an Kreditkarten mit zinsfreiem Zahlungsziel ist aber, dass man diese Schulden eben nicht sofort zurückzahlen muss, um Zinsen zu vermeiden, sondern sozusagen eine Pause machen kann: Und zwar für den Zeitraum des zinsfreien Zahlungsziels. Erst wenn diese Frist abgelaufen ist, werden Zinsen fällig. Wer seine Schulden vor Ablauf der Frist ausgleicht, muss auch keine Zinsen zahlen.

Beispiel für das Zahlungsziel

Der normale Ablauf bei einer Kreditkarte ist also folgendermaßen: Man nutzt seine Kreditkarte ganz normal – zum Einkaufen, Bezahlen, Geld abheben. Die Beträge werden auf dem Kreditkartenkonto vermerkt, man bezahlt noch keine Zinsen, denn man befindet sich noch innerhalb des Zeitraums des zinsfreien Zahlungsziels. Am Ende des Monats erhält man eine Kreditkartenrechnung mit der Zusammenfassung aller Ausgaben. Man überweist den fälligen Betrag innerhalb der Frist des Zahlungsziels, das Konto ist ausgeglichen, man muss keine Zinsen zahlen.

Wann und wie werden Zinsen erhoben?

Es ist natürlich auch möglich, das Konto am Monatsende bzw. nach Erhalt der Rechnung nicht auszugleichen. Dann werden auf den bestehenden Betrag der sich in einem Monat angesammelt hat Zinsen erhoben. Die nächste Rechnung enthält dann also sowohl die Ausgaben des Vormonats, die Ausgaben des neuen Monats plus die Zinsen, die auf den nicht bezahlten Betrag des Vormonats erhoben wurden. Für die neuen Ausgaben des laufenden Monats gilt übrigens wieder das zinsfreie Zahlungsziel. Erst wenn auch diese wieder zum gesetzten Zeitpunkt gezahlt werden, werden auch diese verzinst.

Varianten beim Kreditkarten Zahlungsziel

Üblicherweise wird ein zinsfreies Zahlungsziel von 30 Tagen gewährt. Es gibt aber auch Kreditkarten, wie zum Beispiel die Barclaycard New Visa, die über ein längeres Zahlungsziel von bis zu 60 Tagen verfügen. Ein Blick in den Kreditkartenvertrag kann sich da lohnen.

Bei anderen Anbietern ist es möglich, dass man die Beträge, die mit der Kreditkarte ausgegeben werden, sofort vom entsprechenden Girokonto abgebucht werden. So werden alle Schulden sofort beglichen und man muss sich keine Sorgen um die Einhaltung des Zahlungsziels machen. Deckung des Girokontos vorausgesetzt.

Bei der Wahl einer Kreditkarte sollte man also unbedingt auch das Zahlungsziel und die Zahlungsmodalitäten mit einbeziehen. Kreditkarten-Vergleiche ziehen diese Aspekte ebenfalls zur Bewertung mit heran.

Kreditkarte als Alternative zum Dispokredit?

Für kurzfristige Anschaffungen kann der Kreditrahmen einer Kreditkarte eine echte Alternative zum Dispokredit sein. Während man für Überziehungen auf dem Girokonto bereits ab dem ersten Tag Zinsen zahlt muss man das bei der Kreditkarte erst nach Ablauf des zinsfreien Zahlungsziels, also in der Regel nach 30 Tagen. Wenn man aber nach 30 Tagen noch immer keine Chance sieht, das Konto oder die Kreditkarte auszugleichen, sollte man genau überlegen welche Zahlungsweise man wählt. Entscheidend ist der Zinssatz der auf die Schulden erhoben wird.

Sowohl Kreditkarten als auch Dispokredite stehen in dem Ruf sehr hohe Zinsen zu haben. Hier hilft es nur genau die Verträge von Girokonto und Kreditkarte zu prüfen, um im Zweifelsfall dann das Zahlungsmittel mit den niedrigeren Zinsen zu wählen.

Kostenlose Kreditkarten vergleichen »